

Für den Erhalt siebenbürgisch-sächsischer Kultur
Die Stiftung
Das Stiftungsvermögen wuchs durch Zustiftungen und Zuwendungen in den ersten 10 Jahren auf das Dreifache und erreichte nach 20 Jahren das Siebenfache des 1979 gestifteten Wertes.
Die Tradition der Siebenbürger Sachsen äußerte sich über die Jahrhunderte hinweg durch die Fähigkeit zur Selbsthilfe, wodurch große Gemeinschaftsleistungen entstanden.
Noch heute sichtbarer Ausdruck solchen Pioniergeistes sind die Kirchenburgen und Basteien in Siebenbürgen an denen einstmals Türken- und Tatarenstürme scheiterten.
Die erfolgreiche Verteidigung der Heimat - die Selbstbehauptung der Siebenbürger Sachsen - prägte Sitten und Bräuche, das Kulturgut sowie die bäuerliche und gewerbliche Ordnung des Volksstammes und führte zu den bekannten Formen des Gemeinwesens.
Das Kulturgut ihrer Vorfahren blieb jedoch nach dem zweiten Weltkrieg durch die Enteignung des Grundbesitzes, der Verstaatlichung der Industrie- und Handwerksbetriebe, die einsetzende Flucht und später Aussiedlung als Kriegsfolge und Regimewechsel in Rumänien ein bedrohtes Erbe.
Die Siebenbürger Sachsen wollen die Werte ihres Kulturgutes erhalten und bewahren und sie auch in Zukunft als ihren Beitrag zur gesamtdeutschen Kultur einbringen.
Zur Erhaltung der in Siebenbürgen verbliebenen Werte beizutragen gehört daher auch zu den Hauptaufgaben der Stiftung.
Patenschaften der Stiftung
Im März 1992 übernahm die Stiftung die
Patenschaft über die Kirchenburg Tartlau und
hilft seitdem, dieses Bauwerk, das zu den
schönsten und bedeutendsten seiner Art und
verdienterweise zum UNESCO-Weltkulturerbe
gehört, zu renovieren und zu erhalten. Im
Oktober 1998 kam die Patenschaft für die
Kirchenburg Honigberg hinzu und seit dem
Herbst 2003 wird ein Großprojekt in partnerschaftlicher
Zusammenarbeit mit dem World Monuments Fund zur Renovierung der
Kirchenburg Birthälm in Angriff genommen,
die ebenfalls auf der Liste Weltkulturerbes der
UNESCO steht.
Die Förderung siebenbürgisch-sächsicher
Studenten und junger Wissenschaftler.
Die Stiftung gewährt Stipendien und
Fördermittel. In bisher zweijährigem Turnus
verleiht sie den nach dem Stiftungsgründer
benannten "Ernst-Habermann-Preis" für überdurchschnittliche
Arbeiten junger Wissenschaftler
und Künstler. Der dotierte Preis wird
jeweils beim traditionell zu Pfingsten in
Dinkelsbühl stattfindenden Heimattag der Siebenbürger Sachsen feierlich
überreicht. Auch unterstützt die Stiftung
regelmäßig die Siebenbürgische Bibliothek
und das Siebenbürgische Museum auf
Schloss Horneck in Gundelsheim, die beide
mit umfangreichen, in ihrer Art einzigartigen
Sammlungen ausgestattet wurden.
Die Herausgabe von Heimatbüchern
Es handelt sich um Werke, in denen sowohl
Alltag als auch Geschichte und Kultur siebenbürgischer
Dörfer und Städte ausführlich festgehalten
werden. Diese Aufgabe war besonders
wichtig, da Teile Nordsiebenbürgens
während des Zweiten Weltkriegs von den
Sachsen verlassen wurden und ab den 60er
Jahren, besonders aber nach der politischen
Wende von 1989 eine massive Auswanderung
auch aus ihren übrigen Siedlungsgebieten
stattfand. Bisher konnten mehr als 100 solcher
Heimatbücher gefördert und in die
Schriftenreihe der Stiftung aufgenommen
werden. Doch die Zeit drängt. Bald wird es
vielleicht für genaue Dokumentation schon zu
spät sein.
Die Tätigkeit auf dem sozialen Sektor
Im Frühjahr 1990 organisierte Hans-Christian
Habermann für die Stiftung einen eigenen
Hilfstransport großer Lastzüge, die mehrere
Dörfer und Siedlungen in Siebenbürgen
direkt anfuhren und belieferten. Alljährlich
werden weiterhin bedürftige Siebenbürger
Sachsen finanziell unterstützt.
Zuschüsse für einzelne Projekte in
Siebenbürgen
Dem Landeskonsistorium der Evangelischen
Kirche A.B. in Rumänien stellt die Stiftung
jedes Jahr erhebliche Mittel zur Verfügung,
die nach Maßgabe der Kirchenleitung sowohl
für den geistlichen
Dienst als auch für die
Erhaltung und Renovierung
von kirchlichen
Gebäuden verwendet
werden können. Ausserdem
werden auch
andere Restaurierungsprojekte gefördert.
Die Stiftung steht weiterhin
vor großen Aufgaben.
Hier ist vor allem
die Dokumentation und
Rettung des bedrohten
siebenbürgisch-sächsischen
Kulturgutes in
Rumänien zu nennen. Es
mussten Wege gefunden
und finanziert werden
um kulturgeschichtlich
einmalige Werte zu
sichern. Das beginnt
beim einfachen Hausratsgegenstand
und reicht bis
zum einmaligen Schriftbesitz
einer Familie; es
umfasst das wertvolle
Gemälde ebenso wie das
seltene Buch und es gilt
für wissenschaftliche
Sammlungen, Archive
und vieles andere mehr.
Wenn nicht schnell und professionell gehandelt
worden wäre bzw. noch wird, würde manches
in Gefahr und möglicherweise für immer
verloren sein.
Bei der Siebenbürgisch-Sächsischen Stiftung
ist man sich über diese Umstände mit der
gebotenen Nüchternheit im Klaren. Der
Stiftungsrat hat von sich aus eine Reihe von
Maßnahmen getroffen um im Rahmen der
Möglichkeiten zu bergen, zu retten und zu
bewahren, bzw. dem Siebenbürgischen Museum
in Gundelsheim beim Bergen, Retten
und Bewahren zu helfen. Ein wichtiger
Schritt in diese Richtung war auch die 1996
von der Stiftung in Zusammenarbeit mit dem
Museum erfolgreich veranstaltete Ausstellung
"Siebenbürgisches Kulturerbe am
Leben erhalten", die in München und in
Düsseldorf gezeigt wurde. Bei all diesen
Aktivitäten war uns die Initiative und
Leistung des früheren Leiters des
Siebenbürgischen Museums, Dr. Volker
Wollmann, und seiner Mitarbeiter über viele
Jahre von unschätzbarem Wert.
Andererseits ist man sich bei der Stiftung dessen
bewußt, dass alle siebenbürgisch-sächsischen
Institutionen sich diesen Aufgaben stellen
und sie in Zukunft in erhöhtem Maße
wahrnehmen sollten und dass auch in der
Öffentlichkeit mehr dafür geworben werden
muss, um auf einen dauerhaften Erfolg dieser
Bemühungen hoffen zu können.
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